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Seit 2 Monaten nehmen die Aktivitäten irakischer
Widerstandsgruppen enorm an Intensität zu. Auch nach den extrem frisierten
offiziellen Angaben der USA war der Mai der Verlustreichste Monat seit
September 2008.
Die Situation im Irak
Nach US-Angaben starben 150.000 Iraker und 4300 US-Soldaten
in diesem völkerrechtswidrigen Krieg. Beide zahlen sind erfunden. Auf Basis der
Methode des Lancet-Reports, gehen seriöse Schätzungen von derzeit 1,3-1,5 Mio
Tote Iraker durch die US-Invasion und anschließende Besatzung aus. Nach Angaben
der „Gruppe Ramzaj“ des russischen Auslandsgeheimdienstes, der direkt aus dem
Irak berichtete, liefen so hohe US-Verluste auf, daß der Einsatz einer
taktischer Neutronenbombe befohlen wurde (einige
Vermuten daß Ramzaj deshalb die Berichte einstellte), der die irakische
Führung veranlaßte, den schnellstmöglichen Umstieg auf Plan B (Guerilla-Krieg)
zu organisieren.
Auf diese Weise entstand der Eindruck eines kompletten
irakischen Zusammenbruchs am 9.April 2003. Zwischen dem 5. und dem 9. April
machten in den Medien Berichte die Runde, daß komplette Einheiten der
Republikanischen Garde „verschwanden“. Der andauernde Guerillakrieg seit dem
10. April 2003 zeigte bald was es damit auf sich hatte. Daß die Angaben der USA
gefälscht sind, beweisen nicht nur Meldungen des Widerstandes, die man als
Propaganda abtun könnte, sondern auch Todesmeldungen in der russischen und
chinesischen Presse. Die US-Militärärzte in Landstuhl und anderen
Krankenhäusern berichteten auch von weit mehr Verwundeten als den offiziell
20-30.000 Verwundeten. Nach Berechnungen auf deren Angaben, wurden mehr als
100.000 US Soldaten verwundet. In den USA haben mehr als 320.000 Afghanistan- und
Irak-Veteranen irreparable Hirnschäden.
Weitere 300.000 sind aus psychischen Gründen in Behandlung. Der irakische
Widerstand hat somit den USA heftige Verluste zugefügt, die weit über das von
der US-Öffentlichkeit geduldete Maß hinausgehen.
Der Rückgang der Widerstandsaktivitäten 2008 kein Erfolg des
US-Militärs
2008 gingen die Widerstandsaktivitäten um mehr als die
Hälfte zurück. Die USA feierten dies als ihren großen Coup und den Erfolg ihrer
„Surge“-Taktik. Doch diese war ebenso nutzlos wie alle anderen militärischen
Kampagnen zuvor. Was war passiert? Schon 2007 kam es zu vermehrten
Auseinandersetzungen zwischen dem irakischen al Quaida-Ableger „Islamischer
Staat im Irak (ISI)“ und den ebenfalls mehrheitlichen sunnitischen Gruppen
Islamische Armee, Ansar al Sunnah und Mujaheddin Armee. Al Quaida wollte lokale
Sheikhs, Unterstützer des Widerstandes, dazu zwingen ihnen die Treue zu
schwören. Als diese sich weigerten kam es zu Morden. Der Widerstand konnte das
nicht hinnehmen, da Al Quaida ohnehin schon länger für ihre sektiererischen
Gewaltakte gegen Schiiten unter Kritik geriet. Ein Showdown zwischen dem
Widerstand und al Quaida war unvermeidlich. Um sich diesen von den Besatzern
finanzieren zu lassen nahmen Teile des Widerstands an Sawha-Programmen teil und
erhielten Geld und Waffen. Innerhalb weniger Monate gelang es den ehemaligen
Widerstandskämpfern al Quaida auf einen kleinen Haufen zu dezimieren. Für den
Widerstand war der Bruch absolut notwendig, weil er eben keiner
sunnitisch-konfessionellen Agenda folgt und die Baath Partei selbst mehrheitlich aus Schiiten besteht. Der Widerstand ist auf
nationale Einheit angewiesen. Konfessionelle Spannungen dienen lediglich den
Interessen der Besatzer und ihrer Marionetten
Der Widerstand war zunehmend damit beschäftigt, neue Kräfte
zu rekrutieren und ausgefallene Strukturen zu ersetzen. Die Angriffe wurden auf
ein Maß reduziert, der den Status Quo aufrecht erhielt, jedoch keine weiteren
Fortschritte gegen die Besatzung erbrachte. Der Zeitpunkt dafür war günstig. In
den USA war Wahlkampf. Ein friedlicherer Irak erhöhte die Siegeschancen für
Obama, der zumindest einen Wechsel in der Irak-Strategie des Amerikanischen
Reiches versprach. Unter den Bedingungen heftigster Widerstandsaktivitäten war
4 Jahre zuvor Al Gore gescheitert. Der Zeitraum wurde auch genutzt um die
politischen Möglichkeiten auszuloten.
Diese Phase ist nun vorüber, nachdem die Verantwortung für
die Sahwa-Räte von den Amerikanern auf die schiitisch-sektiererische
Marionettenregierung überging. Die Zahlungen wurden immer unregelmäßiger und
seit Monaten sind die Sahwa-Truppen ohne Bezahlung. Immer öfter kommt es zu
Übergriffen der Besatzungstruppen oder ihrer irakischen Helfer. Eine wachsende
Anzahl wechselt nun wieder in die
Reihen des Widerstandes . Die amerikanische
Administration verliert parallel zu diesen Vorgängen zunehmend das Interesse
das wenig lukrative Irak Desaster fortzusetzen. Das kollabierende Imperium ist
eher daran interessiert, wenigstens einen seiner Kriege erfolgreich zu beenden
und verstärkt sein Engagement in Afghanistan.
Der Irakische Widerstand und die Weltwirtschaftskrise
Die derzeitige Weltwirtschaftskrise ist zum kleineren Teil
eine klassische Überproduktionskrise, zu einem größeren ist sie eine
strukturelle Krise des Imperialismus, gepaart mit einem gezielten Angriff des
internationalen Finanzkapitals auf den Rest der Welt. Sie tritt derzeit mit
solcher Vehemenz zu Tage, weil der Dollar seine Deckung verloren hat. Diese
Deckung bestand in der militärischen Einschüchterung durch die USA, ihre
Möglichkeit überall auf der Welt zuzuschlagen und den Wert ihrer Währung mit
Gewalt zu erzwingen. Dieses Einschüchterungspotential wurde durch den
irakischen Widerstand deutlich dezimiert. Nachdem offensichtlich wurde, daß die
USA nicht in der Lage sind, den irakischen Widerstand zu vernichten, wuchs das
Selbstbewußtsein vieler Länder wie etwa Venezuela, Rußland, China und Iran. Nach
dem Ende der UdSSR und ihrer stabilisierenden Wirkung auf die internationalen
Beziehungen, waren die Beziehungen zu den USA der zentrale Punkt der
Außenpolitik sogar vieler Länder, deren Interessen denen des amerikanischen Weltreiches
entgegenstanden. Man fürchtete das militärische Potential der USA, deren
Rüstungsausgaben die Hälfte der gesamten Welt ausmachen. Ein wichtiges Werkzeug,
um die Krise auf die ganze Welt abzuwälzen, ging Wall Street und London
verloren, was den traditionellen Verbündeten der USA nun eine höhere Last
aufzwingt.
Die historische Schuld der deutschen Linken gegenüber dem
Irak
Diese Tatsachen scheinen die westlichen Linken wenig zu
kümmern. Man zog es vor sich nicht in den Verdacht zu bringen, mit den
baathistischen Schmuddelkindern zu spielen und versteifte sich auf
pazifistisch-defätistische Positionen. Mehr als „Kein Krieg gegen den Irak“
oder „Kein Blut für Öl“ gab man den Millionen, die bereit waren, gegen den
Irak-Krieg zu demonstrieren nicht als Losung vor. Die größten Demonstrationen der Geschichte
wurden von den Kriegstreibern ignoriert. Wer etwas anderes erwartet, war im
besten Fall Naiv. Der Krieg kam. Doch nicht einmal als die Bomben fielen und
die Panzer rollten, wollten sich die führenden Kräfte der Friedensbewegung mit
denen solidarisieren, die sich der US-Militärmaschine entgegenstellten. Die
irakische Armee und später der irakische Widerstand wurden der Political
Correctness des imperialistischen Systems geopfert. Wer es dennoch tat wurde
diffamiert. Man schreckte sogar vor ideologischen Anleihen bei Rechtsextremen
wie den „Antideutschen“ zurück, deren Vorgaben aus Washington und Tel Aviv
kommen. Vor allem die deutsche Linke
hätte eine alte Schuld begleichen können, indem sie sich mit den irakischen
Verteidigern solidarisierte. Diese waren und sind es auch, die als einzige Kraft die Forderung nach Truppenabzug durchsetzen können. Die Friedensbewegung konnte nicht einmal den Beginn des Krieges verhindern. Dankbarkeit wäre seitens der deutschen Linken angebracht, denn es war der Irak, der als erstes nicht kommunistisch
regiertes Land die DDR anerkannte und eine Lawine auslöste, die die
Hallstein-Doktrin zu Fall brachte. Der Irak war seit der baathistischen Revolution
von 1968 um staatliche und ökonomische Souveränität bemüht, die Imperialisten
Großbritannien und USA in die Schranken zu weisen und schloß bald einen
Freundschafts- und Beistandspakt mit der UdSSR. Dies wird beflissentlich
ignoriert. Man half lieber die Mär vom CIA-Freund Saddam weiterzuverbreiten,
die von der ehemals irakischen, ehemals kommunistischen IKP erfunden und ab
1985 von der CIA im Rahmen ihrer Desinformationskampagne verbreitet wurde. Welche
Partei dann wirklich vom CIA kontrolliert wird, konnte man an Hand ihres
Verhaltens nach der Invasion 2003 beobachten. Die IKP richtete es sich unter
der Besatzung bequem ein und verteilte brav ihre in London gedruckten Publikationen.
Sie war Teil des Besatzungsprogramms um den irakischen Widerstand in den Reihen
der Linken Europas und Nordamerikas zu diskreditieren. Das Geschwätz von
bezahlen Agenten wurde lieber aufgenommen als die Solidarität in Taten, die der
Irak der deutschen Linken erbrachten. Die westliche Friedensbewegung hat auf
ganzer Linie versagt. Der irakische Widerstand aber hat das Imperium gestoppt.
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