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Chris Sedlmair  
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Schlimmste Nordkorea-Verfolgung durch rechtsextreme "Christen" PDF Drucken Email
Geschrieben von Chris Sedlmair   
03. Juni 2009 um 02:06

Es kursiert durch das Internet und jede rechtsgerichtete Zeitung greift die Meldung auf: Nordkorea verfolgt Christen. Wenn man recherchiert gehen alle diese Berichte auf eine evangelikale, „überkonfessionelle“ Organisation zurück, die für ihre Wühltätigkeit bekannt ist. „Open Doors“ – Der Name ist Programm. Türen werden geöffnet, auch wenn die Bewohner es nicht wünschen. „Open Doors“ rühmt sich im höchstwahrscheinlich selbst verfaßten Wikipedia-Eintrag und auf jeder Seite seines weit verzweigten Organisationsnetzwerkes damit, daß der Gründer Anne van Bijl, von seinen Kumpanen liebevoll „Bruder Andrew“ genannt, sein „Missionswerk“ damit begann, daß er Bibeln hinter den Eisernen Vorhang schmuggelte.

Das muß dringend notwendig gewesen sein, denn wie jeder gute BLÖD-Leser weiß wurden dort Christen gefressen und Bibeln verbrannt. Daß Papst Johannes Paul II. volksrepublikanischer Pole war, spielt in dieser Betrachtung keine Rolle mehr. Wer braucht schon die Realität, wenn er eine antikommunistische Parallelwelt hat. Auf dem Verfolgungsindex landen bevorzugt islamische und fernöstliche Staaten, aber zufällig auch jeder andere Gegner des US-Imperialismus, wie etwa Cuba und Belarus (Weißrußland). Auf Platz 1 der Hitparade der Christen-Verfolger von „Open Doors“ steht aber ungeschlagen die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea). Wie in der Vergangenheit, so will man bei „Open Doors“ natürlich auch dieses Mal nichts von Wühltätigkeits-Vorwürfen der angesprochenen Staaten gegen „Open Doors“ oder der Artverwandten „Osteuropamission“ wissen. Dort halluziniert man lieber von „KZ-ähnlichen Vernichtungslagern “, in der 30.000 der „bis zu“ 400.000 Untergrund-Christen zu Tode gepeinigt werden. „Bewahrung und Versorgung der Untergrundgemeinde“ ist dann auch nicht etwa Geheimdienstarbeit, sondern Religionsausübung. Und das in einem Land, in dem laut Wikipedia der Artikel 68 der Verfassung dessen Bürgern freie Ausübung ihrer Religion gewährt, solange dies nicht „zur Infiltration durch äußere Kräfte oder zur Verletzung der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung“ mißbraucht wird.

Was bleibt ist eine mögliche gefühlte, im Einzelfall auch reale Diskriminierung von Christen, die von   einem als Religionsgemeinschaften getarnten Agenten- und Kriegslobbyistennetzwerk zur Hetzpropaganda gegen die DVRK genutzt wird. Dieses Netzwerk schreckt dabei auch nicht vor der Verharmlosung des Holocaust zurück. Und die giftige Saat fällt auf einen fruchtbaren Boden. Die imperialistische Regimepresse greift jede auch noch so absurde Lügengeschichte auf und potenziert sie tausendfach auf digitalem und konventionellem weg. Es darf getrost davon ausgegangen werden, daß die nordkoreanischen Vernichtungslager direkt neben Saddam‘s Atombombendepot liegen - mitten im Phantasialand.


Zuletzt überarbeitet ( 03. Juni 2009 um 13:04 )
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