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Es kursiert durch das Internet und jede rechtsgerichtete
Zeitung greift die Meldung auf: Nordkorea verfolgt Christen. Wenn man
recherchiert gehen alle diese Berichte auf eine evangelikale, „überkonfessionelle“
Organisation zurück, die für ihre Wühltätigkeit bekannt ist. „Open Doors“ – Der
Name ist Programm. Türen werden geöffnet, auch wenn die Bewohner es nicht
wünschen. „Open Doors“ rühmt sich im höchstwahrscheinlich selbst verfaßten Wikipedia-Eintrag und auf
jeder Seite seines weit verzweigten Organisationsnetzwerkes damit, daß der
Gründer Anne van Bijl, von seinen Kumpanen liebevoll „Bruder Andrew“ genannt,
sein „Missionswerk“ damit begann, daß er Bibeln hinter den Eisernen Vorhang
schmuggelte.
Das muß dringend notwendig gewesen sein, denn wie jeder gute
BLÖD-Leser weiß wurden dort Christen gefressen und Bibeln verbrannt. Daß Papst
Johannes Paul II. volksrepublikanischer Pole war, spielt in dieser Betrachtung
keine Rolle mehr. Wer braucht schon die Realität, wenn er eine
antikommunistische Parallelwelt hat. Auf dem Verfolgungsindex landen bevorzugt
islamische und fernöstliche Staaten, aber zufällig auch jeder andere Gegner des
US-Imperialismus, wie etwa Cuba und Belarus (Weißrußland). Auf Platz 1 der Hitparade
der Christen-Verfolger von „Open Doors“ steht aber ungeschlagen die
Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea). Wie in der Vergangenheit, so
will man bei „Open Doors“ natürlich auch dieses Mal nichts von Wühltätigkeits-Vorwürfen
der angesprochenen Staaten gegen „Open Doors“ oder der Artverwandten „Osteuropamission“
wissen. Dort halluziniert man lieber von „KZ-ähnlichen
Vernichtungslagern “, in der 30.000 der „bis zu“ 400.000 Untergrund-Christen
zu Tode gepeinigt werden. „Bewahrung und Versorgung der Untergrundgemeinde“ ist
dann auch nicht etwa Geheimdienstarbeit, sondern Religionsausübung. Und das in
einem Land, in dem laut Wikipedia der Artikel 68 der Verfassung dessen Bürgern freie Ausübung ihrer Religion gewährt, solange dies nicht „zur
Infiltration durch äußere Kräfte oder zur Verletzung der staatlichen und
gesellschaftlichen Ordnung“ mißbraucht wird.
Was bleibt ist eine mögliche gefühlte, im Einzelfall auch reale
Diskriminierung von Christen, die von einem als Religionsgemeinschaften getarnten
Agenten- und Kriegslobbyistennetzwerk zur Hetzpropaganda gegen die DVRK genutzt
wird. Dieses Netzwerk schreckt dabei auch nicht vor der Verharmlosung des
Holocaust zurück. Und die giftige Saat fällt auf einen fruchtbaren Boden. Die
imperialistische Regimepresse greift jede auch noch so absurde Lügengeschichte
auf und potenziert sie tausendfach auf digitalem und konventionellem weg. Es
darf getrost davon ausgegangen werden, daß die nordkoreanischen Vernichtungslager
direkt neben Saddam‘s Atombombendepot liegen - mitten im Phantasialand.
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